Kolloquiumsvortrag
18:15 IW3/ Zoom
Alexander Reznik (Lüneburg)
Civil War Anxiety in Russian. Political Emotions from Perestroika to the "Wild Nineties"
Lunchtalk
12:00 Uhr, OEG
Sarah Wilson Sokhey (Colorado Boulder)
Governing Under Crisis: Local Politics in Wartime Ukraine?
Wissenswertes
Forschungsstelle Osteuropa
Die Forschungsstelle Osteuropa (FSO) ist als An-Institut eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung an der Universität Bremen. Sie wird gemeinsam von der Kultusministerkonferenz und dem Land Bremen finanziert. Im Jahre 1982 mitten im Kalten Krieg gegründet, versteht sich die FSO heute als ein Ort, an dem der Ostblock und seine Gesellschaften mit ihrer spezifischen Kultur aufgearbeitet sowie aktuelle Entwicklungen in der post-sowjetischen Region analysiert werden.
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Aktuelles aus Forschung & ArchivBeiträge im Oxford Handbook of Social Policies in the Global South» weiterlesen Neue Publikation zur Wehrpflicht in der Ukraine » weiterlesen |
Nachruf auf Prof. Dr. Hans-Hermann Höhmann
Hans-Hermann Höhmann war einer der Menschen, die viele verschiedene Dinge gleichzeitig machen konnten – alle mit viel Einsatz und mitreißender Begeisterung. Für die Forschungsstelle Osteuropa war er der Begründer des heutigen Arbeitsbereichs Politik und Wirtschaft.

Hans-Hermann Höhmann bei seiner letzten FSO-Konferenz 2004
Am Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien in Köln leitete Höhmann den Forschungsbereich Wirtschaft und er war einer der wenigen Wirtschaftsexperten, die schon früh verstanden, dass es bei der post-sozialistischen Transformation nicht so sehr um rationale Strategien, sondern vielmehr um den Umgang mit kulturellen Traditionen und Pfadabhängigkeiten ging. Als er 1998 in Köln pensioniert wurde, fand er in Bremen ein neues Betätigungsfeld: Forschung zu Wirtschaftskultur im Osten Europas.
Die Forschungsstelle war Anfang der 1980er Jahre gegründet worden für gegenwartsbezogene Forschung mit Schwerpunkt auf Dissens in Osteuropa. In den 1990er Jahren wurde der Dissens langsam Geschichte, für die gegenwartsbezogene Forschung traten andere Themen in den Vordergrund.
Diese griff Höhmann auf. Zuerst mit jährlichen Konferenzen und daraus resultierenden Sammelbänden. Dann mit größeren Forschungsprojekten. Dabei etablierte er eine Praxis, die die Forschungsstelle bis heute prägt: Talentierte Leute mit guten Ideen anwerben, institutionell unterstützen und - wie Höhmann es formulierte - „über ihre Ideen Himbeersoße gießen“, die die Erfolgschancen bei Förderanträgen verbesserte. So schuf Höhmann innerhalb weniger Jahre einen erfolgreichen Arbeitsbereich mit neuen Forschungsimpulsen, Dissertationen und internationaler Sichtbarkeit.
Höhmann hatte von Anfang an betont, dass „alte Schlachtrösser“ (seine bevorzugte Formulierung) rechtzeitig aufhören müssen. Dies setzte er konsequent um. 2004, ein Jahr nach seinem 70. Geburtstag, gefeiert und mit einer Festschrift geehrt, verabschiedete er sich von der Forschungsstelle. Wie der gute Geist im Märchen war er mit einem Mal verschwunden.
Am 23. Juni 2026 ist Hans-Hermann Höhmann verstorben. Wir erinnern uns mit Dankbarkeit.
Heiko Pleines
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