Analysen Bd. 13: Kommerz, Kunst, UnterhaltungBd. 13: Forschungsstelle Osteuropa (Hrsg.):
Kommerz, Kunst, Unterhaltung. Die neue Popularkultur in Zentral- und Osteuropa.
Edition Temmen Bremen 2003, 347 S., ISBN 978-3-86108-345-0
Mit dem Ende der sowjetischen Regime in Zentral- und Osteuropa wurde die ehemals staatliche Lenkung der Kultur weitgehend von einer Logik des Marktes abgelöst. In rasantem Tempo entstand eine allgegenwärtige kommerzialisierte Massen- oder Popularkultur. Analysiert wird dieser Prozess in Einzelstudien aus Polen, Tschechien, der Slowakei und Russland. Die neue Popularkultur spiegelt in ihren Themen und Gattungen den elektronisch dominierten Globalisierungsprozess wider. Zugleich stellt sie sich bewusst in einheimische Traditionen und bietet ihrem Publikum in Zeiten stürmischer Veränderungen stabilisierende Kontinuität. Sie thematisiert das anfängliche Chaos und die spätere Konsolidierung. Sie verhandelt die Spannung zwischen den anachronistisch werdenden überkommenen Normen und dem neuen Menschenbild, das ungekannte Forderungen an den einzelnen formuliert. Diese Popularkultur verwischt die Grenze zwischen hoch und tief in der Kultur, zwischen E- und U-Sektor. Sie bedient sich bei den ernsteren Künsten ebenso wie bei der Werbung. Ungeachtet ihres traditionell schlechten Rufes bei der ehemaligen Intelligenzija erfüllt sie in der Zeit großer Umbrüche nützliche Funktionen der Sozialisation für alle Bildungsschichten und federt den Adaptionsprozeß ab.
Inhaltsverzeichnis
